popo.at
Archiv

News
Diskussion
QuickNotes
Über popo.at
Docs
Links



ISSN 1608-4659
XML
Mittwoch, 28. März 2001
Doch lernfähig?
Seit 22. Januar predige ich, dass Lenchen die Wiener Schuhe ein paar Nummern zu gross gewesen wären. Nach diesem Hojac, der sonst ja nur selten mit mir einer Meinung ist, hat sie das jetzt auch endlich selbst eingesehen und wird daher nicht den Wiener Gemeinderat mit Lügen und rassistischen Sprüchen "beglücken". Wenn das so weitergeht, werde ich noch Beratungshonorar von der FPÖ bekommen.

Überhaupt wird diese Partei ja vielleicht doch lernfähig. Gestern wurden jedenfalls erste Stimmen laut, dass Haider und seine Bubis (einschliesslich Helene, die ja zuletzt auch wie ein Mann aussah) dort keinen Platz mehr haben. Ich reiche daher den Grassers meine Hand zum Frieden und erkläre öffentlich: Wenn ihr Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Hass und Hetze aus Eurer Parteispitze dauerhaft entfernt, dann nehme ich Euch wieder ernst und diskutiere auch inhaltlich über Eure unsozialen Massnahmen. (Findet sich nicht irgendein Versorgungsposten in Deutsch-Osterwald für diesen Hojac?)

Markus Petrowsky um 10:46 Uhr. Permanenter Link zu diesem Eintrag (Archiv)Link zum Anfang des Dokuments
Dienstag, 27. März 2001
Zugeschüttete Vergangenheit - Das Erlebnisbergwerk am KZ
Am Steirischen Erzberg, damals Teil der „Reichswerke Hermann Göring“ und heute Eigentum der Voest Alpine, wurde in der österreichischen NS-Zeit mittels Zwangsarbeit das Erz für die Kriegsproduktion im ganzen Teutschen Reich gewonnen. Der damals geschaffene Industriekomplex hat nach 1945 wesentlich dazu beigetragen, dass der österreichischen Staat zu einem der reichsten der Welt wurde.
Das "Projekt Eisenerz" will die Perzeption dieses Faktums beleuchten, TäterInnen vor und nach 1945 benennen und vor allem diese historischen Tatsachen einer interessierten Öffentlichkeit näher bringen - da ist der Erzberg, der einst ein Konzentrationslager enthielt, das zugeschüttet wurde und der Ort in dem das damalige Jagdschloss von Hermann Göring steht und jener in dem beim Todesmarsch über den Präbichl 300 Jüdinnen und Juden erschossen wurden. Und vor allem ein Erlebnisbergwerk, das in den 90er Jahren entstand.
Dort wurden Tausende Menschen gequält - bis zu 65 Nebenlager soll es gegeben haben, und wie viele der zeitweise über 7000 ZwangsarbeiterInnen dabei ums Leben kamen, liegt derzeit noch völlig im Dunkeln. Den TouristInnen erzählt man freilich lieber vom sagenhaften Wassermann im Berg und von den Römern, die in Wirklichkeit nie am Erzberg waren, als von der weit jüngeren Geschichte der Region - von Zeiten, in denen Tagelang der Geruch von verbrannten Menschen über dem Tal lag...
albin anders um 18:36 Uhr. Permanenter Link zu diesem Eintrag (Archiv)Link zum Anfang des Dokuments
Noch eines, Herr Schüssel
Wir Wiener lassen uns unser Wien nicht kaputtmachen. Und wenn Sie weiterhin so frech sind, dann werden andere Saiten aufgezogen. Dann werden wir nämlich austreten aus Österreich und diese gesamte Bundesregierung davonjagen. Wie die Hasen auf dem Feld werden Sie dann laufen.
Dann können Sie in Gramatneusiedl oder Hintertupfing den starken Mann spielen. Aber wo dann das Geld herkommt, müssen Sie schon selber schauen. Wir Wiener sind schliesslich die grössten Nettosteuerzahler dieser Republik. Nicht so wie die Kärntner, die bloss Schmäh führen und am Subventionstropf hängen. Aber wenn der Geldstrom aus Wien versiegt, dann werden diese Blossfüssigen ihre Luft auch schon noch brauchen - um endlich einmal was zu arbeiten.
Ja, Herr Bundeskanzler, ich rate Ihnen gut: Hören Sie endlich auf, einem unbedeutenden südlichen Provinzhäuptling zu parieren und wenden Sie Ihre Aufmerksamkeit dorthin, wo wirklich die Musi spielt. Und das ist allemal noch hier bei uns in Wien.
Markus Petrowsky um 10:45 Uhr. Permanenter Link zu diesem Eintrag (Archiv)Link zum Anfang des Dokuments
Boykott
Herr Asozialminister, und jetzt passen Sie einmal ganz genau auf, ich werde mich nämlich nicht wiederholen:
Unsere Spitäler sind kein Selbstbedienungsladen für Möchtegern-Politiker, sondern wurden von UNSEREM Geld gebaut und werden von unseren Steuern und Beiträgen betrieben. Ich sehe daher keinerlei moralische Verpflichtung, für deren Benützung dann noch einmal zu zahlen - und ich nehme an, viele andere auch nicht. Und deshalb kann sich Rambo Scheibner seine neuen Abfangjäger sonst wohin schieben. Oder Sie schicken uns allen den Gerichtsvollzieher - viel Vergnügen!
Und wenn Sie so weitermachen, gibt es nächstes Jahr auch keine Vignette mehr und irgendwann überhaupt keine Steuern. Vergessen Sie vor allem eines nicht: Wir leben von unserer Arbeit. Ihr lebt von dem, was Ihr aus unseren Taschen zieht. Aber nur, solange wir dies so huldvoll dulden. Also seien Sie nett zu uns!
Markus Petrowsky um 10:34 Uhr. Permanenter Link zu diesem Eintrag (Archiv)Link zum Anfang des Dokuments
Montag, 26. März 2001
So
Damit ist wohl ein für allemal eines klargestellt:
- Wir Regierungsgegner sind nicht eine kleine gewalttätige versprengte Minderheit, Chaoten, Demonstranten, Anarchisten, Marxisten, Onanisten,... Tout au contraire (mit der Sprache des Feindes, zu dem wir Vaterlandsverräter und Vernaderer ja gehören, gesprochen) sind wir die Mehrheit, und zwar mit satten 60%. Herr "Endlich bin ich"-Bundeskanzler Schüssel wollte partout an seinen Taten gemessen werden. Hier ist das Messergebnis.
- Diese komische schwarzbraune (wie deren eigene Kandidaten zu sagen pflegen) Regierung hingegen ist in keiner Weise demokratisch legitimiert. Diese Hutschisten, die lediglich durch Wählertäuschung an die Macht gekommen sind, wollen sich noch geschwind alle Institutionen und Positionen (Sozialversicherung, ORF, ...) unter den Nagel reissen und die letzten Reste der staatseigenen (=unserer) Industrie (an wen wohl) verschleudern. Es wird ihnen nichts helfen.
- Die nächsten Nationalratswahlen werden sie auf den Misthaufen der Geschichte spülen.
Eine Frage bleibt: Müssen wir jetzt dem "Ich bin der Löwenbändiger" Schüssel dankbar sein, weil er den Faschingsnarren als solchen enttarnt und entzaubert hat? Ich sage NEIN! Der Preis war zu hoch. Die Gefahr war zu gross. Und die ÖVP, die zwar selten meine Meinung vertrat, aber (seit Jahrzehnten) stets eine ehrenwerte demokratische Partei war, ist auf lange Sicht mit braunen Flecken besudelt.
Ziehen Sie die Konsequenzen, Herr Schüssel! Lieber gestern als heute. Der Faschingsnarr wird die Leine nicht mehr lange so locker lassen.
Markus Petrowsky um 11:42 Uhr. Permanenter Link zu diesem Eintrag (Archiv)Link zum Anfang des Dokuments
So long, Hyäne
Wie angekündigt, wird Rassisten-Leni nach dem gestrigen Triumph (ihrer Gegner) die Wiener Politik ebenso schnell wieder verlassen, wie sie erschienen ist. Ich wünsche ihr einen sehr, sehr ruhigen Ruhestand. Zum Abschied ein Ratschlag (vielleicht glaubt sie mir ja diesmal): Lenchen, je weniger du den Mund öffnest, um so weniger Blödsinn kann rauskommen. Aber vielleicht sind Freiheitliche ja auch von Natur aus aggressiver.

Und zum Abschluss dieser Wahl noch drei Zitate, angeblich aus blauem Munde:
"Drogen? Ich habe auch die Nase voll!"
"Ausländer? Ich kann auch keine Fremdsprache!"
"Kriminalität? Ich habe auch bald Vorstrafen!"

Markus Petrowsky um 11:21 Uhr. Permanenter Link zu diesem Eintrag (Archiv)Link zum Anfang des Dokuments
Schlögl geht !
Zusätzlich zum fulminanten Absturz der Freiheitlichen hatten AntirassistInnen und AntifaschistInnen gestern noch einen Grund zur Freude: Ex- Innenminister Schlögl, dessen Vorgangsweise und Äusserungen rund um den Fall Omofuma zur Entstehung von popo.at führte, will sich aus der Politik zurückziehen. Der SP - Mann gilt als dem mehr rechts stehenden Flügel der Partei angehörend. Mit Schlögl geht auch ein Mann, der für die Annäherung der Sozialdemokraten an die Freiheitlichen steht. (ORF ON)
Stefan Mackovik um 08:01 Uhr. Permanenter Link zu diesem Eintrag (Archiv)Link zum Anfang des Dokuments
Sonntag, 25. März 2001
Zum heiteren Abschluss...
eines schönen Tages für die Menschlichkeit: Fotos von Helenchen und Kreissl - knapp nach dem "historischen" Ergebnis der FPÖ.
Stefan Mackovik um 20:59 Uhr. Permanenter Link zu diesem Eintrag (Archiv)Link zum Anfang des Dokuments
Ein Signal
1. Hochrechnung der Wiener Wahl ist da. Und eines kann man wohl schon sagen: dem Antisemitismus, der Fremdenfeindlichkeit und der Hetze wird eine deutliche Absage erteilt: die FPÖ verliert mit Ihrem schmutzigen Wahlkampf voraussichtlich 7,6 %. Zwar kann man darüber streiten, ob die SP die historischen Gewinne - sie könnte theoretisch die absolute Mehrheit erreichen - "verdient" hat, aber angesichts der Tatsache kann man sagen, dass schwarzblau eine eindeutige Absage erteilt wurde. Zu danken ist das sicherlich auch nicht zu letzt den zahlreichen RegierungskritikerInnen, die unermüdlich die Fehler und Lügen der FPÖ aufgezeigt haben. (derStandard)
Stefan Mackovik um 19:19 Uhr. Permanenter Link zu diesem Eintrag (Archiv)Link zum Anfang des Dokuments
Archiv:




...you can have it, too!