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Wurmattacke auf Rektorsangelobung

Gerald Bast, der neue Rektor der Universität für angewandten Kunst in Wien, wurde am Freitag, den 31. März, mit einer "Leistungsshow" der Studierenden feierlich empfangen. Bast betonte in seiner sehr politischen Angelobungsrede, bei ihm läuteten angesichts der "Inflation von Ungeheuerlichkeiten" in der Politik die "Alarmglocken". Es sei daher notwendig, "Politiker auch und gerade an ihren Worten zu beurteilen, weil ihre Taten den Worten folgen".

Bei der darauffolgenden Präsentation der KunststudentInnen erregte die Performance des "Kommando F.U.C.K." besondere Aufmerksamkeit. Mit der "Bevölkerung" des Buffets mit unzähligen Maden und Würmern zeigte die fünfköpfige Gruppe, wie ungeheuerlich Kunst sein kann. In ihrem Flugblatt wies das Kommando auf die Unmöglichkeit eines Kunstbetriebs hin, der in Zeiten wie diesen "business as usual" betreibe. Genau dies klagte der Rektor bereits in seiner Rede auch bei den Politikern ein.

Tumult entstand, als ein Angestellter der Catering-Firma einen vermeintlichen Übeltäter tätlich angriff und dabei leicht verletzte. Gäste befreiten den Studenten in einem Handgemenge. "Auch und gerade Künstler dürfen und sollen sich mit ihrer Person und mit ihrem Werk in die gesellschaftliche Entwicklung einmischen," betonte Rektor Bast. "Kunst hat zu allen Zeiten Position bezogen. Und jetzt, in unserer demokratischen, pluralistischen Gesellschaft sollte das ein Problem sein?"

Das Flugblatt des "kommando F.U.C.K."

kommunique

seit 50 tagen herrscht eine faschistische regierung: und hier passiert eine leistungsschau des "kreativen" potentials dieser schule. pfui! uns graust! anstatt dieser regierung ins gesicht zu kotzen, feiert ihr ordentlich ab. viel spass beim legitimieren! guten appetit bei der normalisierung!

lasst uns widerständeln und papierflieger vom dach werfen! lasst uns profilieren und etablierenund installationen aufbauen! lasst uns zeigen, das unser ordinariat am meisten kohle verdient hat ( damit wir auch in zukunft wieder leistungsschau spielen können)! lasst uns künstlerinnen sein und maul halten! wenn wir wüssten, dass die kunst der stunde widerstand wäre! denkt vielschichtiger! nur weil alle behaupten es fände eine politisierung statt, heißt das noch lange nicht, dass sie wirklich stattfindet. überwindet die faschistin in euch!

fuck your "es passiert eh viel"-einstellung!
fuck your österreichische normalität/mentalität.

wir sehen euren jubel über den neuen rektor. alle hoffnungen bauen auf ihn: alles wird besser. bitte stört sein tete-a-tete mit der öffentlichkeit nicht, denn immerhin steht er ja für eine öffnung der uni nach außen. ein neuer wind zieht durch gebälk! ja, kuschen! wir verkrichen uns im schutz eines neuen fuzzis, der auch kar stellung beziehen will zur politischen lage in diesem land. aber wo sind wir ? wo seid ihr ? in den startlöchern für ne zukunft im system! die kunst der stunde ist widerstand! glaubt ihr wirklich, in kooperationen mit dem multinationalen kapital liegt der widerstand?

scheiss drauf!

nichts als der personifizierte scheiss neoliberalismus zieht ein: viel spass mit der vollrechtsfähigkeit - wir sind uns sicher, das alles besser wird. mehr knete mehr renomee mehr fernsehauftritte.

jawohl, das wird super.

wir vermissen widerstand. wirklichen widerstand! was wir sehen ist nichts als aseptische versuche sich mit dem gewand der trends zu schmücken: ein bisschen buhlassen und sich dann zulächeln reicht nicht. furzen und stinken!

fassaden einreissen! transparente anzünden!

seid ein schmerz im arsch!

kommando F.U.C.K

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Quelle: Alternative Angewandte: Interna der Universität für angewandte Künste, per e-mail am 1.4.2000.