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Die Justiz gegen Eva
Bericht der ÖKOLI:
Der heutige Vormittag hat uns wieder in ziemlich krasser Form gezeigt, wie
weit fortgeschritten der österreichische Polizeistaat bereits ist. Der Prozess
gegen Eva, die am 2.3. nach der Anti-Opernballdemo von einer SEK-Einheit
verprügelt und dann festgenommen wurde, fand um 9:15 im Landesgericht statt. Es
wird ihr "versuchte schwere Körperverletzung" durch Werfen eines Tretgitters auf
eine Polizeisperre und "versuchter Widerstand gegen die
Staatsgewalt" bei der Festnahme vorgeworfen.
Eva bestreitet diese Vorwürfe.
Etliche Leute kamen ins LG, um dem Prozess beizuwohnen. Ca. 20 Leute konnten
in den Verhandlungssaal, da dieser aber nicht mehr Sitzplätze hatte, mussten
die anderen (auch ca. 20) draussen am Gang warten.
Der Richter FRITZ ZÖLLNER zeigte von Anfang an offen, auf welcher Seite er
steht und drohte gleich zu Beginn damit den Saal räumen zu lassen, sollte
irgendjemand die Verhandlung durch Zwischenmeldungen stören. Im Verlauf dieser
unterbrach er ständig Eva und deren Rechtsanwalt mit zynischen
Bemerkungen, setzte vermummt mit gewalttätig gleich, stellte fest, dass sie
das Prozedere sehr gut kenne (da sie bei ihrer Verhaftung die Unterschrift
verweigerte) und schlussfolgert, dass Eva eine "Berufsdemonstrantin" sei,
wörtlich: "Sie
hat sich wie ein Profi verhalten! Haben sie das irgendwo gelernt? Wurden
ihnen das irgendwo eingetrichtert?"
Den drei Zeugen der Staatsanwaltschaft, SEK-Bullen, legte er hingegen die
Worte in den Mund, half ihnen offensichtlich bei ihrer Argumentation, sagte
ihnen wann sie auf Fragen des Verteidigers nicht zu antworten hätten, etc.
Der ganze Prozess war zum schreien.
Am Ende, als der Verteidiger Evas verlangte, beim nächten Termin seine
ZeugInnen vorzuladen, meinte der Richter abschätzig: "Sie wollen wirklich
alle Zeugen?" Und drohte weiter: "Wissen die eigentlich, welche Konsequenzen
das
für sie haben kann?" Er fragt die Zeugin: "Wer finanziert ihnen eigentlich
das alles?" und schliesst in abfälligem Ton: "Der Verteidiger legt unbedingt
Wert darauf, dass wir uns wiedersehen."
Während des Prozesses wurden die auf dem Gang Wartetenden ständig von den
dort extra postierten WEGA-Bullen provoziert (auch SEKler waren anwesend),
gegen Ende wurden deren Wortmeldungen immer drohender. Auch obszöne
Handbewegungen sollten uns einschüchtern. Als die Leute dann gemeinsam das
Landesgericht verliessen und sich vor dem Eingang sammelten, tauchte die WEGA
wieder auf und fuhr mit ihren Provokationen fort.
Als José Chico Reyes die Faust ballte, zerrte ihn der WEGA-Einsatzleiter
(Dienstnummer 2285 AA) auf die Seite und wurde extrem aggresiv: Chico habe
ihm den Finger gezeigt - Anstandsbeleidigung. Es gibt mind. 15 Zeugen, die
gesehen haben, dass er nur die Faust hob. Da sich Ch. weigerte, ihm seinen
Ausweis zu zeigen, wurde er festgenommen und in die Polizeistation
Fuhrmanngasse 5, 1080 Wien gebracht. Die Anzeige gegen ihn lautet auf
"Widerstand gegen die Staatsgewalt", "Verweigerung der Ausweisung" und
"Anstandsverletzung".
Auch die Beamten in der Fuhrmanngasse fuhren mit den Provokationen gegen die
dort Anwesenden fort: "Schleichts Euch ihr scheiss-linken Subjekte" usw.
Chico wurde, nachdem seine Personalien aufgenommen wurden, mit folgender
Drohung des WEGA-Einsatzleiters freigelassen: "Bei Dir daham kannst Bomben
legen und Terror machen, pass auf, das nächste Mal wenn ich Dich treffe, egal
wo, geh ich bis zum Ende."
Diese Übergriffe, Einschüchterungsversuche und Provokationen sollen uns wohl
davon abhalten, auch weiterhin den Prozessen beizuwohnen und über deren
Verlauf zu berichten. Daher sollten beim nächsten Verhandlungstermin, der
noch nicht feststeht, noch mehr Leute anwesend sein, um heftig Druck
auszuüben,
denn WIR LASSEN UNS GANZ SICHER NICHT EINSCHÜCHTERN, NICHT IN GUT UND BÖSE
SPALTEN, NICHT KRIMINALISIEREN -
SOLIDARITÄT MACHT STARK! NIEDER MIT DEM POLIZEISTAAT!
Ökologische Linke (ÖKOLI)
Postfach 28
A-1153 Wien
e-milio: oekoli_wien@gmx.net
Vermummte Lumpen (popo.at)
Anti-Opernball-Demonstrantin steht vor Gericht (derStandard) |
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