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Zeichen setzen - Kulturpolitischer Aschermittwoch

Es bewegt sich etwas in diesem Land. Wohin, das ist jedoch die große Frage. Geht die österreichische Reise in die internationale Isolation, in eine selbstmitleidige Weltabgekehrtheit, in eine in sich gekehrte Dumpfheit? Die Antwort kommt nicht von selbst und nicht von irgendwoher, sondern will von den Menschen in diesem Land gegeben werden.

Kulturinitiativen aus der Region wollen sich daher gemeinsam auf Antwortsuche begeben. Sie haben sich erneut zusammen getan, um einen Kulturpolitischen Aschermittwoch zu veranstalten. “Zeichen setzen³ lautet sein Motto. Nicht parteipolitisches Motiv ist der Antrieb, sondern einzig die Sorge um das politische und damit das geistige Klima in diesem Land ­ einem Land, das wegen seiner Regierung eine überaus bedenkliche Entwicklung durchmacht.

Die Ursache dafür ist präzise auszumachen: Es ist die Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen, die vielen Menschen im Lande große Sorge bereitet und die dieses Land international in das Abseits drängt.

In dieser Situation ist auch und gerade die Kunst herausgefordert. Diese sogenannte "freiheitliche" Partei hat in der Vergangenheit aus ihrem gestörten Verhältnis zu ihr nie ein Hehl gemacht. Im Gegenteil, neben unverhohlener Hetze gegen Ausländer ist Kunstfeindlichkeit eines ihrer zentralen politischen Instrumente. Die Künstler, mit denen sich diese Partei in den vergangenen Jahren angelegt hat, sind Legion.

Die Absicht dahinter ist leicht durchschaut: Künstler sollen als querulante Störenfriede verunglimpft, Kunst soll so aus der gesellschaftlichen Mitte an den Rand gedrängt werden. Auf dass die Kunst und die Künstler der Politik und den Politikern nicht mehr in die Quere kommen mögen!

Diesem Ungeist der Kunst- und Geistfeindlichkeit wird alljährlich zu Aschermittwoch, wenn sich in Ried im Innkreis die Freiheitlichen um ihren Führer scharen, reichlich zugesprochen. Dem soll an Ort und Stelle ein anderer, ein weltoffener, liberaler, humaner Geist entgegengehalten werden. Es sind das naturgemäß künstlerische Zeichen, die hier gesetzt werden sollen, ihre Botschaft ist jedoch hochpolitisch. Es gibt sie nämlich nicht, die unpolitische Kunst. Wer sie sich wünscht, will eine kulturlose Gesellschaft.

Kunst im Keller Ried
Kunst & Kultur Raab
Literaturnetzwerk Innkreis Ried
Roßmarkt Grieskirchen
Treffpunkt Georgia St. Georgen
UnArt St. Martin im Innkreis

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Zeichen setzen - Kulturpolitischer Aschermittwoch

Bauernmarkthalle
Messegelände Ried i. I.
Mittwoch, 8. 3. 2000, 19 Uhr

Einlass: 18 Uhr

Teilnehmende:

Literatur:
Thomas Baum, Sabine Gruber, Janko Messner, Anna Mitgutsch, Gudrun Pausewang, Robert Schindel, Marlene Streeruwitz

Musik:
Roland Guggenbichler, Christoph Petschina, Erika Pluhar, Herbert Reisinger, Karl Ritter, Willi Resetarits, The Rounder Girls, Klaus Trabitsch, Bettina Wegner (Berlin)

Karikatur:
Gerhard Haderer

Kabarett:
Thomas Maurer

sowie der Intendant der Salzburger Festspiele, Dr. Gérard Mortier

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Voraussichtlicher Programmablauf:

19.00 Uhr:
Willi Resetarits und Freunde

19.30 Uhr:
Uli Böker, Kulturplattform OÖ (KUPF) Rubia Salgado-Maierhofer, Verein FIFTITU % und Verein für Migrantinnen/Linz Gerhard Marschall

20.00 Uhr:
Erika Pluhar & Klaus Trabitsch

20.30 Uhr:
Anna Mitgutsch, Marlene Streeruwitz, Gérard Mortier

21.00 Uhr:
The Rounder Girls

21.30 Uhr:
Sabine Gruber, Robert Schindel, Janko Messner

22.00 Uhr:
Willi Resetarits & Freunde

22.30 Uhr:
Gudrun Pausewang, Thomas Baum, Thomas Maurer

23.00 Uhr:
Bettina Wegner

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Eintritt: ÖS 200,-/150,-
Vorverkauf: Raiffeisenbanken Oberösterreich

Kartenreservierung über Telefon oder Fax ist ausschließlich den anderen Bundesländern sowie dem benachbarten Ausland vorbehalten, und zwar unter 07752/70305 (Telefon, auch Tonband)) bzw. 07752/70305-30 (Fax). Bitte geben Sie eine Kontaktadresse und eine Telefonnummer an, unter der Sie erreichbar sind. Kartenbestellung über e-mail ist nicht möglich.

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Peter Baier-Kreiner
Literaturnetzwerk Innkreis
Roßmarkt 29
A-4910 Ried/Innkreis

Tel. 0043/(0)7752-70305
Fax 0043/(0)7752-70305-30

e-mail: office@litnet.at